Mittwoch, 18. Januar 2017

Traum Teil 1

Donald Trump. AfD. Höcke. Brexit. Kaczynski. Die Welt geht vor die Hunde. Mal von der Politik abgesehen. Klimawandel ist ja auch noch da. Krankheiten, Seuchen. Whatever.

Da wünsche ich mir manchmal, dass ein Traum wahr wird, den ich immer wieder habe.

Es ist immer das Gleiche. Ich wache morgens auf. Ziehe mich an, will zum Bäcker, Kaffee holen. Vielleicht auch noch ein Mettbrötchen, wenn diese schon belegt sind. Und da ist schon die erste Überraschung. Obwohl es schon 8 Uhr ist, ist der Bäcker zu. Und überhaupt, die Straßen sind auch ziemlich ruhig. Ist heute Sonntag? Nein, kann ja nicht sein. Also zu Rewe. Siehe da, Rewe auch zu.
Und auf der Straße immer noch keiner. Die Straßenbahn fährt auch nicht, die Anzeigen sind aus. Ich begreife die Situation immer noch nicht, versuche im Internet irgendwas rauszufinden, stelle allerdings zügig fest, dass ich keinen Empfang habe. So langsam irre ich mehr oder weniger verzweifelt durch die Gegend und klingle mich durch die Wohnungen und Häuser, Doch nirgendwo ist jemand aufzufinden. Auf der Straße sehe ich leerstehende Autos. Gehe diese nach und nach durch. Nicht besonders stolz stecke ich eine Packung Malboro Light aus einem der Fahrzeuge.

Während ich an einer Haltestelle sitze und rauche, kommt mir auf einmal ein Wort in den Kopf. "Entrückung". Fuck, bin ich jetzt in der Bibel gelandet, und wenn ja, warum bin ich als einziger auf der Welt geblieben? Wenn es jetzt so ist, wie es in den Filmen und Büchern beschrieben wurde, dann müsste es doch mehr Menschen geben, welche es nicht in den Himmel geschafft haben. Und ich müsste dann doch in der Hölle landen. Aber das kann doch nicht die Hölle sein, Irgendwie fängt mir die Vorstellung ja sogar zu gefallen. Und schließlich werde ich nicht mit "Böhsen Onkelz" malträtiert. Also wie die Hölle sieht das alles nicht aus.

Und während ich durch die Stadt wandere, überkommt mich langsam die Gewissheit, dass es wirklich niemanden mehr gibt.

Als ich am Supermarkt ankomme, zögere ich nicht lange, und schlage die Tür mit dem erstbesten Stein ein. Da ich inzwischen Hunger bekam, steuerte ich zuerst die Kühlabteilung, um dann aber festzustellen, dass diese ja aus ist. Das Risiko nicht eingehen wollen, Gehe ich stattdessen zum Regal mit den Konserven, und öffne mit meinem Taschenmesser eine Dose Ravioli. Ein Glück, dass die Supermärkte inzwischen alles im Sortiment haben. Mit Plastikgabel zu essen ist besser als mit den Fingern. Und lauwarmes Ravioli ist besser als zu hungern. Beim schlendern durch den Supermarkt greife ich selbstredend eine Flasche JackDaniels, eine Flasche Cola und eine Packungen Plastikbecher und packe das alles in einen Einkaufskorb. Mit meinem Einkauf stelle ich mich an der Kasse, nur um dann über meine eigene Dummheit lachend aus dem Geschäft rauszugehen. "Und nun, Karol?" sage ich laut zu mir selbst.

Nach dem Verzehr der Dose gehe ich auf die Straße, und gehe zum ersten Auto, dass dort leer an der Ampel stand. Als wäre es meins, starte ich den Motor, lege mein "Einkauf" auf den Beifahrersitz und fahre Richtung Altstadt. Nach dem holprigen Start bahne ich mir meinen Weg. Nur um dann kurz vor der Altstadt doch meinen Plan zu ändern.

Mit ziemlich viel Hoffnung steuere ich die Wohnung einer meiner besten Freundinnen an, nur um dann enttäuscht festzustellen, dass auch sie verschwunden ist.

Meinen ersten Plan wieder verfolgend komme ich an der Altstadt-Wache der Polizei an. Inzwischen schon leicht angetrunken betrete ich diese, schnappe mir eine auf den Tisch liegende Mag-Light Taschenlampen und mache mich auf die Suche. Wonach? Natürlich. Nach Waffen. Die Waffenkammer schnell gefunden, Allerdings zuerst an der Tür verzweifelt. Also Schlüssel suchen. Und dann komme ich raus aus der Wache, mit einer Pistole im Holster und einer MP7 auf dem Rücken. Und einer Einkaufstüte von Kaisers voller Munition, welche durch das Gewicht zu zerreißen droht. Auch diesen "Einkauf" packe ich auf den Rücksitz des Audi SUV. Langsam fahre ich in die Altstadt rein und parke den Wagen vor meinem Lieblingspub. Natürlich niemand drin. Als wäre es meine Kneipe, Gehe ich hinter die Theke und hole die teuerste Flasche Whiskey runter. Ein Whiskey, von dem schon 1cl knapp 50 Euro kostet. Dann setze ich mich auf meinen Lieblingsplatz, zünde ein paar Kerzen an, und beginne die Flasche leer zu machen. Irgendwann entfaltet der gute Alkohol seine volle Wirkung, und mit dem Kopf auf der Theke schlafe ich ein...

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